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08.01.2026
Was versteht man unter Sextortion?
Sextortion ist ein Begriff, der sich aus den Wörtern „Sex“ und „Erpressung“ zusammensetzt. Es handelt sich um eine Form der Erpressung, bei der Täter intime Bilder oder Videos von Opfern verwenden, um sie zu erpressen. Diese Form der Cyberkriminalität hat in den letzten Jahren stark zugenommen, insbesondere mit der Verbreitung sozialer Medien und der zunehmenden Nutzung von Online-Dating-Plattformen. In diesem Blogbeitrag werden wir die Mechanismen von Sextortion, die Methoden der Täter sowie Präventions- und Handlungsmöglichkeiten für Betroffene näher beleuchten.
Wie funktioniert Sextortion?
Die Vorgehensweise der Täter ist oft ähnlich und folgt einem bestimmten Muster:
- Kontaktaufnahme: Täter suchen gezielt nach potenziellen Opfern in sozialen Netzwerken, Foren oder Dating-Apps. Sie geben sich häufig als vertrauenswürdige Personen aus.
- Vertrauensaufbau: Durch geschickte Kommunikation versuchen die Täter, eine emotionale Bindung aufzubauen. Oft wird das Opfer dazu verleitet, intime Bilder oder Videos zu teilen.
- Erpressung: Sobald die Täter im Besitz der kompromittierenden Inhalte sind, drohen sie, diese öffentlich zu machen, wenn das Opfer nicht auf ihre Forderungen eingeht. Diese Forderungen können Geld, weitere intime Inhalte oder andere Formen der Gefügigkeit umfassen.
Beispiele für Sextortion
Ein typisches Beispiel für Sextortion könnte folgendermaßen aussehen:
Ein junger Mann lernt über eine Dating-App eine Frau kennen. Nach einigen Wochen des Chats und des Austauschs von Bildern sendet er ihr ein kompromittierendes Bild von sich. Kurz darauf erhält er eine Nachricht von der Frau, die sich als jemand anderes herausstellt und droht, das Bild an seine Freunde und Familie zu senden, wenn er nicht 1.000 Euro überweist.
Ein weiteres Beispiel könnte eine gefälschte Webcam-Session sein, bei der das Opfer glaubt, mit einer echten Person zu sprechen, während der Täter die gesamte Sitzung aufzeichnet und später zur Erpressung nutzt.
Technische Aspekte der Sextortion
Die Täter nutzen häufig verschiedene technische Mittel, um ihre Angriffe durchzuführen. Dazu gehören:
- Phishing: Durch gefälschte E-Mails oder Nachrichten versuchen Täter, an persönliche Daten oder Zugangsdaten zu gelangen.
- Malware: Schadsoftware kann auf den Geräten der Opfer installiert werden, um Informationen zu stehlen oder Webcam-Streams aufzuzeichnen.
- Social Engineering: Täter manipulieren ihre Opfer, um sie dazu zu bringen, sensible Informationen preiszugeben.
Prävention und Schutzmaßnahmen
Um sich vor Sextortion zu schützen, sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden:
- Vorsicht bei der Weitergabe von Informationen: Seien Sie vorsichtig, welche persönlichen Informationen und Bilder Sie online teilen.
- Privatsphäre-Einstellungen: Überprüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen Ihrer sozialen Medien und stellen Sie sicher, dass nur vertrauenswürdige Personen Zugriff auf Ihre Inhalte haben.
- Misstrauen gegenüber unbekannten Kontakten: Seien Sie skeptisch gegenüber Anfragen von unbekannten Personen, insbesondere wenn sie nach intimen Inhalten fragen.
- Verwendung von Sicherheitssoftware: Installieren Sie Antiviren- und Anti-Malware-Software, um Ihr Gerät zu schützen.
Was tun, wenn man Opfer von Sextortion wird?
Wenn Sie Opfer von Sextortion geworden sind, ist es wichtig, schnell zu handeln:
- Dokumentation: Speichern Sie alle Nachrichten, Bilder und Beweise der Erpressung.
- Keine Zahlungen leisten: Zahlen Sie keine Lösegelder, da dies die Situation oft verschlimmert.
- Kontaktieren Sie die Behörden: Melden Sie den Vorfall der Polizei oder einer anderen zuständigen Behörde.
- Unterstützung suchen: Wenden Sie sich an Freunde, Familie oder professionelle Beratungsstellen, um Unterstützung zu erhalten.
Zusammenfassung
Sextortion ist eine ernstzunehmende Form der Cyberkriminalität, die durch das Internet und soziale Medien begünstigt wird. Die Täter nutzen emotionale Manipulation und technische Mittel, um ihre Opfer zu erpressen. Es ist wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Im Falle einer Betroffenheit sollten Sie schnell handeln und die richtigen Schritte unternehmen, um sich zu schützen und Hilfe zu suchen.
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